Wednesday, November 07, 2007

Nachbarskinder


Heute haben Sophie und ich unsere kurdische Nachbarin Melka besucht, die im Mai auch ein Kind bekommen hat: Baran, was auf Deutsch "Regen" bedeutet. Eigentlich heißt er Baran Heinrich; den zweiten Vornamen hat er bekommen, weil ein sehr guter Freund der Familie Heinrich heißt.

Melka kam vor anderthalb Jahren aus Syrien nach Deutschland, um Cheredin zu heiraten, den sie nur von Fotos und aus Briefen kannte. Ein paar Mal innerhalb von drei Monaten hatten sie wohl auch telefoniert, aber jedes Mal nur kurz. Sie zeigte mir Fotos von ihrer Ankunft am Flughafen Schönefeld, wo Cheredin sie mit einem Blumenstrauß begrüßte. Schon einige Tage später heirateten sie, wobei Melka immer wieder erzählte, dass sie sich ihre Frisur noch in Syrien hat machen lassen. Für sie war das wohl eine Art Erinnerung an zu Hause, das sie an dem Tag sehr vermisste. Oder vielmehr an ihre Familie, von denen keiner bei der Hochzeit anwesend sein konnte. Die Gäste waren alle ihr fremde Bekannte von Cheredin (er lebt schon seit 20 Jahren hier) und auf keinem der Fotos sieht Melka wirklich froh aus.

Aber sie versucht nun, ihre eigenen Freunde zu finden und hat deshalb auch immer mit mir gesprochen, wenn sie mich sah. Besonders da ihr Deutsch seit den Integrationskursen wieder schlechter geworden ist, finde ich das bemerkenswert. Sie ist glaube ich sehr einsam und langweilt sich oft, weil Cheredin jeden Tag lange unterwegs ist und sie nur Baran zur Unterhaltung hat. Na, mal sehen, vielleicht werden Sophie und ich die beiden ja nun öfter mal besuchen....

Baran und Sophie spielen "Indianerblick" (man verzeihe mir, dass ich hier nicht ganz politisch korrekt bin) - Wer zuerst wegguckt hat verloren!

1 Comments:

At 1:43 PM, Blogger J:) said...

Meine Güte, bist Du eine fleissige Bloggerin, Conny! Ich hatte einiges nachzulesen. Glücklicherweise hat Nate wohl die meiste Freizeit mit Lauftraining verbracht und es war rein gar nix zu lesen. :-)

 

Post a Comment

<< Home